Die Designwelt greift oft auf die Ästhetik vergangener Zeiten zurück, und Außenbereiche bilden da keine Ausnahme. Im Jahr 2026 erleben mehrere Gartentrends aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Wiederaufleben, angetrieben von dem Wunsch nach Authentizität, Nachhaltigkeit und einem Hauch Nostalgie.

Kieshöfe: Kostengünstige Textur

Innenhöfe aus Kies und zersetztem Granit, die einst in mediterranen und modernen Häusern aus der Mitte des Jahrhunderts üblich waren, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als erschwingliche und praktische Option für die Außengestaltung. Wasserschutz ist hier ein wichtiger Faktor; Kies benötigt im Vergleich zu herkömmlichen Rasenflächen oder Beton nur wenig Wasser. Laut Bill Ferris, Präsident von Decor Outdoor, schätzen Hausbesitzer die Beschaffenheit und den geringen Pflegeaufwand dieser Materialien.

Steine über Beton: Unvollkommenheit umarmen

Glatte Betonwege sind zwar leicht zu pflegen, ihnen fehlt jedoch der Charakter, den sich viele Hausbesitzer heute wünschen. Designer beobachten einen Trend hin zu durchlässigen Sandsteinen, die mit der Zeit eine natürliche Patina entwickeln. Molly Sedlacek von ORCA Landscape Architecture + Outdoor Product Studio weist darauf hin, dass Beton reißt und an Attraktivität verliert, während Stein elegant altert.

Versunkene Gesprächsgruben: Gemütliche Lounges im Freien

Die Indoor-Gesprächsgruben der 1960er und 70er Jahre werden nach draußen verlegt und mit klareren Linien und integrierten Feuerelementen neu interpretiert. Moderne Außenplätze verfügen über wetterfeste Sitzgelegenheiten, dezente Beleuchtung und bequeme Polster und schaffen so einladende Versammlungsräume. Ferris weist darauf hin, dass dieser Trend einen nostalgischen, aber dennoch modernen sozialen Bereich bietet.

Korbmöbel: Organische Nostalgie

Korbgeflecht steht für eine Sehnsucht nach der Natur, die sich in den heutigen Designs widerspiegelt. Die Landschaftsarchitektin Kristen Kelly erklärt, dass die Verwendung organischer Materialien in den 1970er-Jahren wieder im Trend liegt. Um die Ästhetik zu maximieren, fügen Sie bunte Kissen hinzu und kombinieren Sie Korbwaren mit strukturierten Teppichen und warmen Holzakzenten.

Topfkräuter: Funktionelle Nostalgie

Topfkräuter – Basilikum, Rosmarin, Minze – erleben ein Comeback und spiegeln ihre Popularität in den 1960er und 70er Jahren wider. Damals wurden sie praktischerweise in der Nähe von Küchentüren platziert, um einen einfachen Zugang zum Kochen zu ermöglichen. Heutzutage verleihen Topfkräuter ein frisches, organisches Flair auf Terrassen und sind gleichzeitig praktisch.

Old-School-Pflanzen für Privatsphäre

Anstatt sich auf schnell wachsende, aber oft nicht nachhaltige Optionen zu verlassen, greifen Hausbesitzer auf klassische Sichtschutzpflanzen wie Flieder, Kamelie und Magnolie zurück. Kelly betont, dass diese Pflanzen sofort Struktur und Textur verleihen und den Eindruck erwecken, dass sich die Landschaft im Laufe der Zeit entwickelt hat.

Backstein-Akzente: Monolithische Gärten

Ziegel, während des Renovierungsbooms der 1970er Jahre einst ein Symbol für Handwerkskunst, wird heute in Pflanzgefäßen, Bänken und Außenküchen verwendet. Sedlacek weist darauf hin, dass Ziegel Gärten ein monolithisches Aussehen verleihen und mit seiner Vielfalt an Farben und Texturen eine größere Gestaltungsvielfalt bieten.

Individuelle Gartenmöbel: Starrheit ablehnen

Modulare Sitzgarnituren für den Außenbereich geraten in Ungnade, da Hausbesitzer Komfort über gepflegte Optik legen. Stattdessen gewinnen bewusste Anordnungen einzelner Stühle und Tische an Bedeutung. Kelly stellt fest, dass dieser Trend die vorgeschriebene Sitzordnung zugunsten luxuriöserer, frei geformter Designs ablehnt.


Diese Trends spiegeln einen umfassenderen Wandel hin zu Authentizität, Nachhaltigkeit und Komfort im Outdoor-Design wider. Durch die Übernahme von Elementen aus der Vergangenheit schaffen Hausbesitzer Räume, die sowohl vertraut als auch einzigartig modern wirken.