Spinnen, eines der am weitesten verbreiteten Raubtiere der Erde, sind für ihren einzelgängerischen Lebensstil bekannt. Dennoch stellt sich die Frage, wie eine Gruppe von Spinnen genannt wird, da sie sich manchmal in großer Zahl versammeln. Die Antwort hängt stark davon ab, ob die Gruppierung vorübergehend ist oder eine echte soziale Struktur darstellt.
Warum Spinnen normalerweise getrennt bleiben
Die meisten Spinnen sind Jäger aus dem Hinterhalt, die auf Geschwindigkeit und Gift angewiesen sind und Konkurrenz meiden. Das bedeutet, dass sie alleine gedeihen, Risiken wie Kannibalismus verringern und genügend Beute zum Überleben sicherstellen. Das isolierte Leben schützt sie davor, beim Schlafen, Fressen oder Häuten gefressen zu werden – ein anfälliger Prozess, bei dem sie ihre Exoskelette verlieren.
Der temporäre „Cluster“: Eine kurzlebige Zusammenkunft
Wenn Spinnen zusammenkommen, ist der gebräuchlichste Begriff „Cluster“. Diese Formationen sind keine langfristigen Gesellschaften. Sie treten unter bestimmten Bedingungen kurzzeitig auf:
- Schlüpfen: Hunderte von Spinnentieren schlüpfen gleichzeitig aus den Eiern.
- Reichhaltige Nahrung: Eine konzentrierte Nahrungsquelle lockt mehrere Individuen an.
- Begrenzter Schutzraum: Gemeinschaftsräume zwingen Spinnen in die Nähe.
Sobald sich die Bedingungen ändern, zerstreut sich der Cluster. Konkurrenz, Konflikte und die Gefahr, gefressen zu werden, drängen Spinnen wieder auf die Einzeljagd.
Die Ausnahme: Echte soziale Spinnen und Kolonien
Einige seltene Spinnenarten leben in echten sozialen Gruppen, die „Kolonien“ genannt werden. Diese Spinnen kooperieren auf eine Weise, die die meisten anderen nicht tun:
- Gemeinsame Netze: Sie bilden riesige, gemeinschaftliche Netze, die sich über die Vegetation erstrecken.
- Kooperative Jagd: Sie arbeiten zusammen, um Beute zu fangen und zu unterwerfen.
- Kollektive Verteidigung: Sie schützen Eier und Junge als Einheit.
Diese Kolonien können besser überleben als einzelne Spinnen, sind aber eher die Ausnahme als die Regel. Die meisten Spinnen vertragen einfach keinen langfristigen Kontakt mit Artgenossen.
Spinnen im Tierreich
Spinnen gehören zur Klasse der Arachnida, die sie von den Insekten unterscheidet. Zu den wichtigsten Unterschieden gehören:
- Acht Beine: Spinnen haben acht Beine, die in vier Paaren angeordnet sind.
- Zwei Körperteile: Ihr Körper ist in einen Cephalothorax und einen Bauch unterteilt.
- Seide und Gift: Sie produzieren Seide und verwenden oft Gift, um Beute zu unterwerfen.
Auch andere Spinnentiere wie Skorpione, Milben und Zecken leben typischerweise einzelgängerisch.
Jagdstile beeinflussen das Gruppenverhalten
Verschiedene Spinnenarten haben unterschiedliche Verhaltensweisen. Springspinnen sind auf Sehvermögen und aktive Jagd angewiesen, während Trichternetzspinnen strukturierte Fallen bauen. Wolfsspinnen tragen ihre Jungen am Körper und bilden so vorübergehende „Familiengruppen“, die sich schnell auflösen, wenn sich die Spinnen verstreuen. Diese kurzen Zusammenkünfte stellen keine soziale Struktur dar; Sie sind nur ein Stadium in der Entwicklung der Spinne.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Spinnen zwar manchmal vorübergehend in Gruppen versammeln, echte soziale Kolonien jedoch selten sind. Die überwiegende Mehrheit dieser Raubtiere gedeiht allein und vermeidet Konkurrenz und Kannibalismus, indem sie ihre Unabhängigkeit bewahren. Ihr einzelgängerisches Wesen ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sie in fast allen Lebensräumen der Erde zu erfolgreichen Jägern werden.


























