Zu jeder Weihnachtszeit tauchen bestimmte Lieder immer wieder auf, nicht weil sie geliebt werden, sondern weil sie … unvermeidlich sind. Diese Tracks reichen von ungewollt abscheulich bis geradezu bizarr, doch irgendwie überstehen sie eine Rotation nach der anderen. Warum? Nostalgie, kulturelle Trägheit und manchmal auch pure morbide Neugier halten sie am Leben.
Die Halle der Schande: Eine Panne
In der folgenden Liste geht es nicht um „so schlecht, dass es gut ist“. Es geht um Lieder, die aktiv von der Urlaubsstimmung ablenken. Einige scheitern an schlechter Ausführung, andere an fragwürdigem Geschmack und wieder andere daran, dass sie einfach nicht gut gealtert sind.
Die Täter:
- ‘Christmas Shoes’ von NewSong: Dieses Lied macht Sentimentalität zu einer Waffe. Seine melodramatischen Texte über eine sterbende Mutter und ein verzweifeltes Kind wirken eher manipulativ als herzerwärmend.
- ‘Wonderful Christmastime’ von Paul McCartney: Der synthlastige, sich wiederholende Loop klingt wie ein kaputtes Spielzeug. Obwohl es von einem Beatle stammt, fehlt ihm die Wärme und der Charme klassischer Weihnachtslieder.
- ‘Oi to the World’ von No Doubt: Ein Punk-Weihnachtslied voller Energie. Es ist Frieden durch Chaos, nicht gerade festlich.
- ‘Dominick the Donkey’ von Lou Monte: Dieses komische und nervtötende Lied setzt auf absurde Soundeffekte statt auf echte Nostalgie.
- ‘Santa Baby’ von Madonna: Die gehauchte Babystimme verwandelt einen frechen Klassiker in etwas Beunruhigendes. Die materialistischen Texte wirken eher wie Erpressung als wie eine Urlaubswunschliste.
- ‘The Little Drummer Boy’ von verschiedenen Künstlern: Durch sein schleppendes Tempo und die sich wiederholenden Texte wirkt es doppelt so lang wie es ist. Selbst die Rockversion von Joan Jett kann es nicht retten.
- „Happy Xmas (War Is Over)“ von John Lennon und Yoko Ono: Die klare Antikriegsbotschaft kollidiert mit dem fröhlichen Ton der Saison. Es wirkt eher predigend als friedlich.
- ‘All I Want for Christmas Is My Two Front Teeth’ von Spike Jones: Ein neuartiges Lied, das seine Beliebtheit übertrifft. Die übertriebenen Soundeffekte und das Lispeln wirken schnell irritierend.
- ‘Mistletoe’ von Justin Bieber: Ein schwacher Versuch eines Feiertagshits. Seine Reggae-Pop-Atmosphäre wirkt gezwungen und fehl am Platz.
- ‘Wissen sie, dass Weihnachten ist?’ von Band Aid: Die Texte, insbesondere „There will’t be snow in Africa this Christmas time“, sind herablassend und veraltet.
- ‘Grandma Got Run Over by a Reindeer’ von Elmo & Patsy: Dunkler Humor ist schief gelaufen. Das Lied schwelgt in einem gewalttätigen Weihnachtsszenario mit verstörender Fröhlichkeit.
- ‘Funky Funky Xmas’ von New Kids on the Block: Ein veralteter, umständlicher Versuch von saisonalem Funk. Die Texte wirken gezwungen und die Ausführung ungeschickt.
- ‘I Want a Hippopotamus for Christmas’ von Gayla Peevey: Das kindische Beharren auf einem Nilpferd zu Weihnachten ist eigenartig, aber die blecherne Aufnahme und der sich wiederholende Refrain lassen schnell nach.
- „Wonderful Christmastime“ von Hilary Duff: Ein überflüssiges Cover, das nichts zu den Mängeln des Originals hinzufügt. Es ist einfach roboterhafter und zuckersüßer.
- ‘The Chipmunk Song (Christmas Don’t Be Late)’ von Alvin und den Chipmunks: Mit hohem Ton bettelt ein Nagetier um Geschenke. Für Erwachsene nervig, möglicherweise sogar für Kinder nervig.
- ‘This Christmas’ von Chris Brown: Eine blasse Nachahmung von Donny Hathaways gefühlvollem Klassiker. Es fehlt an Wärme und es fühlt sich überproduziert an.
- ‘Last Christmas’ von Crazy Frog: Das Original ist emotional. Diese Version ist ein EDM-Albtraum. Das Piepsen, Boings und Chaos ruinieren das Lied.
- ‘Santa Claus Has Got the AIDS’ von Tiny Tim: Beleidigend und bizarr. Selbst Ironie kann dieses Lied nicht wiedergutmachen.
- ‘Zat du, Weihnachtsmann?’ von Louis Armstrong: Seine Stimme ist legendär, aber dieser Titel ist von seltsamen Phrasierungen und gruseligen Soundeffekten geprägt.
- ‘Christmas Tree’ von Lady Gaga: Ein früher Gaga-Versuch, der elektronischen Pop mit fragwürdigen Weihnachtsanspielungen vermischt.
Warum diese Lieder bestehen bleiben
Diese Tracks sind nicht nur schlecht; Sie sind ein seltsames kulturelles Phänomen. Bei einigen handelt es sich um Neuheiten-Hits, deren Beliebtheit schnell erschöpft ist, während andere aus ironischem Vergnügen oder schlichter sturer Wiederholung bestehen bleiben. Sie erinnern uns daran, dass nicht jedes Weihnachtslied ein Meisterwerk sein muss – manchmal sind die schlechtesten Lieder die einprägsamsten.
Diese Lieder bleiben bestehen, weil sie entweder so schrecklich sind, dass sie lustig sind, oder weil ihre Allgegenwärtigkeit sie unvermeidlich gemacht hat. Ganz gleich, ob man sie überspringt oder widerwillig toleriert, sie haben sich ihren Platz unter den schlechtesten Weihnachtsliedern aller Zeiten verdient.


























